Du kennst diesen einen furchtbaren Moment ganz genau.
Dein Telefon leuchtet auf und eine Nachricht von jemandem erscheint, der dir eigentlich unglaublich wichtig ist.
Vielleicht ist es dein bester Freund, ein wichtiges Familienmitglied oder eine kleine Gruppe von Menschen, die du wirklich magst.
Sie wollen sich treffen.
Doch anstatt Vorfreude zu spüren, zieht sich dein Magen augenblicklich zusammen.
Du starrst auf den Bildschirm und spürst förmlich, wie dir der blanke Angstschweiß ausbricht, weil du genau weißt, dass du absolut keine Kraft mehr für dieses Treffen hast.
Die bittere Wahrheit ist, dass du dieses Treffen wahrscheinlich wieder absagen wirst.
Du tippst eine billige Ausrede in dein Telefon, drückst auf Senden und bleibst allein zu Hause.
In diesem Moment überrollt dich das schlechte Gewissen mit voller Wucht.
Du fühlst dich wie ein furchtbarer Freund und ein unzuverlässiger Mensch.
Du hast schreckliche Angst, dass deine Freunde irgendwann aufgeben und sich abwenden, weil du jedes zweite Treffen einfach streichst.
Selbst wenn du dich überwindest und hingehst, wird es meistens nicht besser.
Du sitzt am Tisch, die anderen lachen und reden, doch deine soziale Batterie ist bereits nach kurzer Zeit restlos aufgebraucht.
Du fängst an zu schwitzen, rutschst nervös auf dem Stuhl hin und her und suchst verzweifelt nach einer Möglichkeit, unauffällig die Flucht zu ergreifen.
Du läufst innerlich nur noch auf absolutem Notstrom.
Du willst eigentlich unbedingt diese wertvolle Zeit mit deinen Freunden verbringen, aber dein eigener Körper zwingt dich förmlich in die Knie.
Dieses ständige Versagen der eigenen Ausdauer zerstört langsam aber sicher deine wertvollsten Bindungen.