Du funktionierst im Alltag.
Du gehst zur Arbeit, kümmerst dich um Familie, Haushalt, Nachrichten, Termine und alles, was eben erledigt werden muss.
Aber sobald ein Treffen ansteht, passiert wieder dasselbe.
Du kämpfst mit dem Gedanken abzusagen, schiebst die Antwort hinaus oder gehst zwar hin, merkst aber schon nach kurzer Zeit, dass du innerlich nur noch auf Notstrom läufst.
Genau das macht den Schmerz so frustrierend.
Es ist nicht so, dass du keine Menschen magst.
Im Gegenteil, du willst Bindung, du willst Nähe, du willst Menschen, bei denen du dich wohlfühlst.
Aber dein Kopf und dein Körper benehmen sich oft so, als wäre jede soziale Situation ein zusätzlicher Kraftakt, den du nur mit zusammengebissenen Zähnen überstehst.
Und das Schlimmste ist nicht einmal die Müdigkeit selbst.
Es ist dieses schlechte Gewissen danach.
Wieder abgesagt.
Wieder früher gegangen.
Wieder gehofft, dass Freunde nichts Falsches denken.
Wieder das Gefühl gehabt, mit dir stimmt irgendetwas nicht, weil andere locker drei Stunden reden und lachen können, während du nach dreißig oder sechzig Minuten schon nur noch nach Ruhe suchst.